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Donnerstag, 19. Juli 2012

Mittwoch, 20. Juni 2012

Verlags-Tantiemen rechtlich angezweifelt

Ein Urteil des Landgerichts München zieht derzeit die Aufmerksamkeit gleich mehrerer Verwertungsgesellschaften auf sich. In einem Einzelfall hatten die Richter Ende Mai entschieden, dass die VG Wort Tantiemen nur an den Urheber, nicht aber in der praktizierten Art und Weise an dessen Verlag ausschütten darf. Dies berichtet das Institut für Urheber- und Medienrecht.

Die Beteiligung der Verleger, die im konkreten Fall bei 50 Prozent lag, widerspricht nach Ansicht der Richter dem Willkürverbot. Dieses ist im Urheberrechtswahrnehmungsgesetz verankert. Darin heißt es: "Die Verwertungsgesellschaft hat die Einnahmen aus ihrer Tätigkeit nach festen Regeln (Verteilungsplan) aufzuteilen, die ein willkürliches Vorgehen bei der Verteilung ausschließen. Der Verteilungsplan soll dem Grundsatz entsprechen, daß kulturell bedeutende Werke und Leistungen zu fördern sind. Die Grundsätze des Verteilungsplans sind in die Satzung der Verwertungsgesellschaft aufzunehmen."

Die VG Wort möchte, wie nicht anders zu erwarten, zügig Berufung einlegen. Der unerwartete Rechtsspruch hat offenbar auch die GEMA beunruhigt. Die Musikverwerter zahlen laut Mitteilung des Branchenblattes Musikmarkt ihre Ausschüttungen für die Sparten Rundfunk und mechanische Vervielfältigung derzeit nur noch unter Vorbehalt. So erreichen die Beträge die Musik-Verlage zwar wie gewohnt. Sollte jedoch das Urteil Bestand haben, auf den Musiksektor übertragen werden und zu rückwirkenden Revisionen der Verteilungsschlüssel führen, wären die Empfänger im schlimmsten Fall verpflichtet, das Geld zurück zu zahlen.
[Foto: Münchner Urteil macht GEMA nervös | (logo)]

Artikel von agent-media.de

Montag, 26. März 2012

Hubert Burda mit sattem Umsatzplus

Die Hubert Burda Media hat sehr positive Bilanzen für 2011 präsentiert. Die mutigen Schritte ins Digitalgeschäft brachten bei ein Plus von über 26 Prozent mehr als 2,175 Milliarden EUR Gesamtumsatz ein. Das schon lange nicht mehr nur als Verlagshaus geführte Unternehmen konnte im Web-Bereich Einnnahmen von 937 Mio. EUR verbuchen, im Vorjahr hatte der Umsatz in diesem Segment nur 587 Mio. EUR eingebracht. Konsolidierungen beim Tiernahrungs-Webshop Zooplus AG führten zu diesem positiven Resultat. Bereits 43,1 Prozent der Burda-Einnahmen kommen somit aus dem Digital-Bereich. Das vermehrte Engagement in die Business-Plattform Xing hofft man auf weitere Geldflüsse aus dem immer noch boomenden Online-Markt.

Der Inlands-Verlagsarm der Firma hat "nur" 657 Mio. EUR eingebracht, das sind 11 Mio. EUR weniger als 2010. Das Minus konnte durch das Auslandsgeschäft mit den hauseigenen Magazinen jedoch mehr als wettgemacht werden. Außerhalb der deutschen Grenzen wurden knapp 385 Mio. EUR erwirtschaftet, dies bedeutet eine Steigerung von über 50 Mio. EUR verglichen mit dem Vorjahr.

Auch die Druckereien der Firma machten mehr Umsätze als 2010. Durch den Aufkauf von Sebald Druck kletterten die Einnahmen aus der Printproduktion um mehr als 60 Mio. auf fast 189 Mio. EUR. Gewinne oder Verluste wurden wie schon in der Vergangenheit nicht veröffentlicht.
[Foto: Burda-CEO Paul-Bernhard Kallen | (c) Hubert Burda Media]

Artikel von agent-media.de

Montag, 7. November 2011

Verlage erwarten positive Marktentwicklung

Auf der Jahrespressekonferenz des Verbands Deutscher Zeitschriftenverlage (VDZ) konnte Hauptgeschäftsführer Wolfgang Fürstner Positives vermelden. Laut Herbstumfrage wird der Umsatz der Verlage um 1,4 Prozent steigen. Die Zahl der Beschäftigten steigt um 2,0 Prozent auf 33.000. Befragt wurden über 100 Unternehmen. Bereits 2010 waren die Einnahmen leicht gestiegen. Für das kommende Jahr gehen die Verlagshäuser von einem etwas geringeren Plus aus.

Der klassischen Einnahmequellen Vertrieb und Anzeigengeschäft haben 2010 etwa 80 Prozent der Umsätze ausgemacht. 2014 wird dieser Anteil nach Einschätzung der Branche bei nur noch 70 Prozent liegen. Die Verlage rechnen mit einer Verschiebung hin zu mobilen Diensten. Das Online-Geschäft soll 2014 11 Prozent der Umsätze sichern. Die auf eine breitge Leser-Basis ausgelegten Publikumszeitschriften rechnen sogar mit 15 Prozent.

Fürstner forderte auf der Pressekonferenz faire Spielregeln. Er prangerte an, dass für die hiesigen Pressehäuser strenge und teure Datenschutz-Richtlinien einzuhalten sind, während "für globale Internet-Giganten weitgehend freie Bahn" gebe. Als besonders wichtig erachtet Fürstner das laut Koalitionsvertrag von 2009 politisch bereits geplante Leistungsschutzrecht und die verringerte Umsatzssteuer auch auf dem digitalen Vertriebsweg. Die Online-Nachrichten der öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten sind dem VDZ seit längerer Zeit als gefühlt kostenlose Konurrenz ein Dorn im Auge. Die Forderung nach Beschneidung dieser Services blieb folglich auf der Pressekonferenz der Lobby-Organisation nicht unerwähnt.

Artikel von agent-media.de

Mittwoch, 27. Juli 2011

Media Control wird E-Book-Vermittler

Media Control steigt in den wachsenden Markt für E-Books ein und startet mit ceebo eine Handelsplattform für das elektronische Lesefutter. Verleger können auf der zentralen Plattform ihre Veröffentlichungen den teilnehmenden Händlern zur Verfügung stellen und minimieren somit ihren Verwaltungs- und Konvertierungsaufwand.

Händler wiederum haben die Möglichkeit, die Ebook-Vermarktung in ihr bestehendes System in Form einer Shop-in-Shop Lösung zu integrieren, die Titel über ihren regulären Onlineshop zu verkaufen oder auch über ein spezielles Cash-System in einem stationären Ladenlokal anzubieten.

Stammdatenpflege, Verkäufe und Abrechnungen können allesamt über die ceebo-Software erfolgen. Media Control selbst fungiert dabei als neutraler Mittler und Treuhänder, so die Darstellung des Unternehmens.

Das System unterstützt das Format Epub, den Branchenstandard für E-Books, der allerdings von Amazons Kindle, Marktführer im Bereich Ebook-Reader, bislang nicht komplett unterstützt wird.
[Foto: Amazons erfolgreicher Reader Kindle | (c) Amazon.com]

Artikel von agent-media.de

Montag, 4. Juli 2011

Neuer Tarifvertrag für die Druckbranche

Nach von Streiks begleitetem, zähem Ringen haben sich die Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer der Druckindustrie letzte Woche auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt.

Für 33 Monate soll die neue Regelung gelten. Neben einer linearen Lohnerhöhung um zwei Prozent wird es in diesem Zeitraum zwei Einmalzahlungen geben. Auf den Septemberlohn erhalten Vollzeitkräfte 280 EUR brutto zusätzlich. Auf das Juli-Gehalt 2013 gibt es 150 EUR brutto Nachschlag. Für Auszubildende belaufen sich die Zusatzsummen auf 140 EUR und 75 EUR, Teilzeit-Angestellte erhalten Extra-Beträge anteilig nach ihrer Stundenzahl.

Die Gewerkschaft ver.di hatte auch Änderungen am Manteltarifvertrags gefordert. Dieses Vorhaben hätte die Verhandlungen wohl noch weiter in die Länge gezogen, und so zeigte sich der Arbeitgeberverband BVDM in einer Pressemitteilung zufrieden mit dem Abschluss. Die Bosse konnten hingegen ihre Forderung nach flexibleren Arbeitszeiten und geringerem Lohn für Hilfskräfte nicht durchsetzen. Es bleibt bei der 35-Stunden-Woche für alle Angestellten und 13-15 EUR pro Stunde für Aushilfen in Print-Betrieben.
[Foto: Druckindustrie kann weiterplanen | gemeinfrei]

Artikel von agent-media.de

Mittwoch, 29. Juni 2011

Apple macht Zugeständisse an Verlage

Apple möchte wichtigen Forderungen der Presse-Branche nachgegeben. Vor allem sollen Preis-Zwänge entfallen, die einigen Verlagen den Spaß am App-Vertrieb bisher gründlich vermiest hatten. Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger VDZ und der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger BDZV begrüßten das Einlenken in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

Die Pressemacher dürfen App-Abos künftig auch außerhalb des App Stores feilbieten, zum Beispiel über ihre Webseite. Hier darf in Zukunft sogar der Preis im Vergleich zum direkt auf iTunes bezogenen Abo niedriger liegen. Dies ermöglicht Kombi-Angebote, in denen man z.B. zwei Zeitschriften zu einem reduzierten Gesamtpreis bestellen kann.

Lob bekam der IT-Riese von den Branchenverbänden auch für den neuen Newsstand. Dieser digitale Kiosk soll digitale Blättchen von übrigen Apps abheben und sie leichter auffindbar machen.

Einige Kritikpunkte bleiben bestehen. Verlinken darf man externe Angebote in einer App nicht. Auch besteht aus Sicht des Computer-Unternehmens aus Cupertino nur eine Geschäftsbeziehung zwischen Abonnent und Apple. Die Verlage erhalten also keine Kundendaten.
[Foto: Apples Newsstand wird sich füllen | (c) Apple]

Artikel von agent-media.de

Dienstag, 14. Juni 2011

Druckindustrie - Zähe Tarifverhandlungen

Nach mehreren erfolglosen Anläufen gehen die Verhandlungen zu den Lohntarifen zwischen der Gewerkschaft ver.di und Arbeitgebern der Druck- und Verlagsindustrie heute in München in eine neue Runde.

Um die Arbeitgeber unter Druck zu setzen hatten ver.di und der bayerische Journalistenverband (BJV)  zum Streik aufgerufen. 1.500 Berufstätige ließen nach ver.di-Angaben die Arbeit ruhen, 500 beteiligten sich letzte Woche an einer Großkundgebung am Frankfurter Römer. Nach Angaben des Bundesverbands Druck und Medien (bvdm) sind seit Ende April 170 Betriebe bestreikt worden.

Heute stehen in der bayerischen Landeshauptstadt die Angestellten der Zeitungsverlage im Mittelpunkt. Die Arbeitgeber hatten ihnen eine Lohnsteigerung von 2 Prozent sowie zwei Einmalzahlungen in den nächsten 25 Monaten angeboten. Dies erachten die Gewerkschaften für viel zu wenig.

Aus Sicht der Arbeitgeber, vertreten unter anderem vom bvdm, befindet sich die Branche noch immer in einer tiefen Krise. Laut Pressemitteilung des Verbands sind in den letzten Jahren 4000 Betriebe dicht gemacht worden, 60.000 Druck- und Verlagsangestellte haben in diesem Zeitraum ihre Jobs verloren. Nach Rechnung des bvdm kann ein Drucker bis zu 60.000 EUR verdienen, wobei hier mögliche Schichtzulagen mitberechnet werden. Für Maschinenführer sind bis zu 80.000 EUR drin.

Aufgrund der vorgeblich schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen möchten die Verantwortlichen der Branche die im Manteltarifvertrag vorgeschriebene 35-Stunden-Woche aufweichen. Unter Einbeziehung der Betriebsräte sollen die Unternehmen künftig Verträge mit bis zu 40 Stunden Arbeitszeit je Woche aushandeln dürfen. Dies widerstrebt den Gewerkschaften naturgemäß.
[Foto: Drucker wollen mehr Geld | gemeinfrei]

Artikel von agent-media.de

Montag, 7. März 2011

Digitaler Kiosk der Telekom

Die Deutsche Telekom hat Anfang März im Rahmen der CeBIT die Kiosk-App PagePlace vorgestellt, die vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) wohlwollend aufgenommen wurde. Zum Start waren unter anderem die "Süddeutsche Zeitung", die "WAZ", "Die Zeit", Die "Westfälische Rundschau" und das "Handelsblatt" über PagePlace erhältlich.

Die neue Mobilsoftware überzeugte die Nachrichtenprofis durch die Möglichkeit, Abos in direktem Kundenkontakt verkaufen zu können. Die Telekom tritt also, anders als iPad-Macher Apple, nicht als ungeliebter Zwischenhändler auf.

Auf PagePlace kann man neben Digitaleditionen von Magazinen und Zeitungen auch E-Books beziehen. Bisher funktioniert die Applikation in einer Preview-Version auf den iOS Geräten iPad, iPod Touch und iPad sowie auf Windows-PCs. Im April will der deutsche Anbieter seine Anwendung auch für Android-Geräte zur Verfügung stellen.
[Foto: Telekom launcht PagePlace | (c) Deutsche Telekom]

Artikel von agent-media.de

Donnerstag, 17. Februar 2011

Apple-Erklärung macht Verlage nicht glücklich

In einer Erklärung vom 15.02. ist Apple einen kleinen Schritt auf die Verlage zugegangen. Beim Abschluss digitaler Magazin-Abos sollen Kunden die Länge des Abos wählen können. Die Leser sollen zudem entscheiden, ob sie ihre Daten an den jeweiligen Verlag weitergeben möchten.

Der IT-Riese erlaubt alternative Vertriebswege für Zeitschriften-Abos neben dem App Store. Verlage können also Digital-Editionen auch auf ihrer Webseite anbieten und müssen in dem Fall auch nicht die übliche Provision von 30% an das Unternehmen aus Cupertino zahlen.

Allerdings macht Apple eine Einschränkung beim Eigenvertrieb und stellt hierfür neue Richtlinien auf. Die externen Abo-Angebote müssen zum gleichen oder einen günstigeren Preis auch aus der App heraus erreichbar sein. Somit gäbe es zu jeder Abo-Offerte immer eine nicht minder attraktive Variante, an der Apple mitverdient.

Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) und der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) antworteten in Form einer gemeinsamen Pressemitteilung. Die Lobby-Organisationen prangern die Gängelungen an. Sie fordern freie Entscheidung der Verleger über die Ausgestaltung der Angebote auch innerhalb von Apps. Wichtig ist den Verbänden, dass Verlage Abos auch im Rahmen der Mobilprogamme direkt an den Kunden verkaufen dürfen. Apple soll also nicht zwangsweise als Zwischenhändler fungieren und mitverdienen.
[Foto: Apple-Chef Steve Jobs mit iPad | cc-by 2.0 matt buchanan]

Artikel von agent-media.de

Donnerstag, 30. Dezember 2010

Breite Front gegen ungarisches Pressegesetz

Wie der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) berichtet, gibt es eine immer breiter werdende Front von Kritikern aus Wirtschaft, Verlagswesen und Politik, die sich gegen das neue ungarische Mediengesetzes ausspricht.

Sowohl der Europäische Zeitungsverlegerverband (ENPA) als auch der Weltverband der Zeitungen und Nachrichtenmedien (WAN-IFRA) bezeicheten das Vorhaben der Regierung um Ministerpräsident Viktor Orban als Angriff auf die Pressefreiheit. Alle Kritik an dem restriktiven Vorhaben prallte allerdings bislang an Orban ab.

Laut Gesetz unterliegen Öffentlich Rechtliche Sender ebenso wie private Fernsehanstalten und Zeitungen der staatlichen Begutachtung. Bei Missfallen seitens der von der Regierung besetzten Kontroll-Instanzen drohen hohe Bußgelder.

Auch die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) mahnt das Gesetz scharf an. Die Europäische Kommission schließt sich dem Kreis der Kritiker ebenfalls an und wird prüfen, ob das ungarische Gesetz gegen EU-Recht verstößt, heißt es aus Brüssel. Brisant dabei: Ungarn wird ab dem 01.01.2011 die EU-Ratspräsidentschaft übernehmen.
[Foto: Viktor Orban gewohnt stoisch | gemeinfrei]

Artikel von agent-media.de

Dienstag, 7. Dezember 2010

Google startet E-Book-Shop

Mit einem umfangreichen Inventar von drei Millionen virtuellen Büchern hat Google gestern in den USA seinen E-Book-Vertrieb gestartet. Ein Großteil der erhältlichen Literatur in "Google eBooks" ist gemeinfrei und kostenlos lesbar. Etwa 200.000 Verlagstitel befinden sich laut Presseberichten im Programm.

Google bewirbt in einem Promotion-Video vor allem die hohe Verfügbarkeit der Bücher aus der "Cloud" auf unterschiedlichsten Endgeräten. Der Web-Riese ermöglicht den Zugriff auf das eigene, virtuelle Bücherregal per Web-Reader im Internet-Browser. Auch Apps fürs Apples iOS-Gadgets (iPhone, iPad, iPod Touch) sowie für Android-Geräte stellt Google zur Verfügung. "Klassische" E-Book-Reader wie das Nook von Barnes & Noble oder die Lesegeräte von Sony kann man ebenfalls zum Schmökern nutzen.

Die Buchhändler Powell's und Allibris kooperieren ebenso wie zahlreiche kleinere Anbieter mit Google eBooks im Rahmen eines Partnerprogramms. Verlage können ihre Titel als PDF oder ePub anliefern. Als Kopierschutz  erlaubt der Suchmaschinen-Primus Adobe Digital Editions.

Der Dienst soll im kommenden Frühjahr nach Europa kommen. Einen einheitlichen Starttermin für den hiesigen Subkontinent nannte Google aber nicht. Bereits der US-Start war mehrere Male verschoben worden.
[Foto: Digitale Bücher bei Google | google.com]

Artikel von agent-media.de

Donnerstag, 9. September 2010

US-Zeitungen: Anzeigenmarkt noch rückläufig

cc-by-sa 2.0
Daniel R. Blume
Der amerikanische Werbemarkt für Zeitungen ist im zweiten Quartal 2010 wieder geschrumpft. Laut Erhebung der Newspaper Association of America (NAA) gingen die Spendings in Print und Online um 5,55%  auf 6,44 Milliarden Dollar verglichen mit dem Vorjahresquartal zurück. Mit gedruckten Anzeigen wurden 5,69 Milliarden Dollar erwirtschaftet, 744 Milliarden entfielen auf den Online-Markt. Damit gingen die Umsätze im Internet um 13,9% nach oben, im Printbereich um 7,6% nach unten.

Geben die Zahlen auch keinen Anlass zur Euphorie, so zeigt sich die Talfahrt doch gegenüber 2009 deutlich gebremst. Im letzten Jahr mussten die Verlage für Druckanzeigen in jedem Quartal Einbrüche von über 25% hinnehmen, und in den ersten drei Quartalen war auch der Online-Markt mit mehr als 13% Einbußen stark rückläufig.

Internetanzeigen sind seit 2003 Teil der NAA-Analysen. Seitdem bis einschließlich 2007 verdienten US-Zeitungen in jedem Quartal mehr als 10 Milliarden Dollar durch Werbung. Erst mit Einsetzen der Wirtschaftskrise 2008 wurde diese Marke wieder unterschritten.

Mittwoch, 14. Juli 2010

Anzeigenrückgang: Verlegerverband hofft aufs iPad

Angesichts derzeit ernüchternder Umsatzzahlen für Printprodukte hob der Bundesverbands deutscher Zeitungsverleger (BDZV) auf seiner gestrigen Jahrespressekonferenz die Wichtigkeit neuer Strategien auf dem digitalen Markt hervor.

Geschäftsführer Dietmar Wolff sieht die Branche in einer wichtigen Experimentierphase mit iPad und anderen mobilen Lesegeräten. Die tragbaren Multimediazentralen bieten nach seiner Ansicht die Chance, Abos und werbefinanzierte Geschäftsmodelle der Pressebranche künftig auf den Online-Markt zu übertragen.

Die Gegenwart bietet hingegen wenig Anlass zur Euphorie. Um 15,9% ist das Anzeigengeschäft 2009 geschrumpft, 700 Mio EUR weniger standen den Zeitungsmachern dadurch zur Verfügung. Zum Glück konnte der Vertriebsumsatz um 2,3% entsprechend 101 Mio. Euro gesteigert werden. Dennoch gingen die Auflagen im Schnitt um 2,5% zurück. Der auch im laufende Jahr anhaltende Schrumpfkurs betrifft alle Zeitungsgattungen.

In der Gesamtbilanz wurden mit Zeitungen 8,46 Mrd. EUR umgesetzt, davon 3,9 Mrd. durch Werbung und 4,47 Mrd über den Vertrieb. Weitere Einnahmen in Höhe von 82 Mio. wurden durch redaktionell gestaltete Beilagenhefte (Supplements) erwirtschaftet.
[Foto: Dietmar Wolff | (c) BDZV]

Donnerstag, 3. Juni 2010

iPad: Focus App 25.000 mal heruntergeladen

Nach dem Marktantritt des iPads in Deutschland vergangenen Freitag stimmen erste Downloadzahlen die Verlage positiv. So wurde beispielsweise die Focus App 25.000 mal auf Apples neuem Tablet-Rechner installiert, allerdings handelt es sich um ein kostenloses Angebot. Dies berichtet Horizont.net unter Berufung auf eine Mitteilung von Tomorrow Focus.

Die digitale Burda-Zeitschrift rangiert somit hinter den Applikationen von N24 und der "Welt" auf Platz 3 der beliebtesten iPad-Apps.

Auch internationale Zahlen machen der schreibenden Zunft und ihren Bossen Mut. Das "Wall Street Journal" aus dem Murdoch-Imperium verkaufte sich laut Verlag bereits 10.000 mal zum Preis von 17,29 Dollar im Monat.

Gar 130.000 mal wurde die Digitalversion der "Financial Times" bereits installiert, allerdings ist das Angebot aufgrund eines Werbedeals zwei Monate kostenlos.

Es bleibt also abzuwarten, ob Apples neues Gadget den Verlagen den erhofften Geldsegen beschert, zumal Steve Jobs' Weltunternehmen an jedem Download kräftig mitverdient. [Foto: In Zukunft iPad statt Papier? - (c) obs/Focus Online]

Donnerstag, 13. Mai 2010

Bauer-Druckerei Köln wird geschlossen

Die Kölner Druckerei der Bauer Media Group wird zum Ende dieses Jahres aufgegeben. Bereits im September hatte Bauer diesen Schritt angekündigt, nun ist man mit dem Betriebsrat über einen Sozialplan übereingekommen.

Der Stellenabbau ging zuletzt rapide voran. Anfang der 90er Jahre fanden noch 2.400 Menschen in dem Werk Arbeit, 2005 waren es noch 1000. Derzeit sind noch 353 Arbeitskräfte zu verzeichnen.

Die Spitze des Bauerkonzerns sieht die Schuld für die Schließung auch bei den Angestellten in der Rheinmetropole. Es sei nicht gelungen, die Mitarbeiter "für moderne, den aktuellen Bedürfnissen angepassten Strukturen und Gegebenheiten zu gewinnen", hieß es aus Hamburg. In den letzten drei Jahren seien trotz regelmäßiger Verluste in zweistelliger Millionenhöhe noch zwölf Millionen Euro in neue Techniken und verbesserte Arbeitsabläufe geflossen.

Der Betriebsratsvorsitzende Toni Same wirft dem Konzern Medienberichten zufolge indes vor, Druckaufträge in der jüngeren Vergangenheit mehr und mehr in ein vor vier Jahren errichtetes Werk in Polen geleitet und das Ende der Kölner Druckerei somit bewusst forciert zu haben.

[Foto: Druckerei in Köln macht dicht; bauerverlag.de]

Dienstag, 27. April 2010

Vertriebsweg iPad - VDZ gibt sich kritisch

In einem Beitrag der Süddeutschen Zeitung hat der Hauptgeschäftsführer des Verbands deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) Wolfgang Fürstner Bedenken gegen den Vertrieb von Zeitungen und Illustrierten über das neue Apple-Gadget iPad geäußert. Er mahnt vor Preisdiktaten und sorgt sich, dass Verlage ihre Direktbeziehung zu den Endkunden an die Mac-Macher abegeben könnten. Als schlechtes Beispiel sieht er den Weg der Musikindustrie, die im Digitalvertrieb längst von Apple abhängig sei.

Wie aus dem SZ-Bericht hervor geht, arbeiten die Verlage derzeit verstärkt an plattformunabhängigen Lösungen, um die Hoheit über Vertrieb und Kundenbindung auch im digitalen Geschäft zu wahren und einer Monokultur der Lesegeräte vorzubeugen. Dennoch wird für die schreibende Zunft in Zukunft wohl kein Weg an Apples Tablet-Rechner vorbei führen.

Montag, 22. März 2010

Verlage fordern Steuerbefreiung für Zeitungen

Beim Präsidientreffen der deutschsprachigen Verlegerverbände in Luzern haben sich die Vertreter aus Deutschland, Luxemburg, Österreich und der Schweiz für eine Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Presseerzeugnisse ausgesprochen. Die in Deutschland ohnehin mit dem geringeren Satz von 7% besteuerten Zeitungen und Zeitschriften sollen nach dem Willen des Präsidenten des Bundesverbands deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Helmut Heinen, komplett von der Umsatzsteuer befreit werden. "Die Ausübung der Pressefreiheit kann nicht von der Zahlung einer Umsatzsteuer abhängig gemacht werden", so eine These Heinens. Diese Forderungen kann man angesichts der Neuverschuldung Deutschlands von 80 Mrd. Euro durchaus als dreist bezeichnen, zumal andere Kulturgüter wie CDs bislang nicht einmal vom ermäßigten Steuersatz profitieren.

Desweiteren ging es bei dem Treffen am 18. und 19. März um das zwiespältige Verhältnis der Verleger zum Werbekonkurrenten und Besucherlieferanten Google. Auch der derzeit schwelende Konflikt mit der ARD kam zur Sprache. Der Sender möchte seine journalistischen Inhalte möglichst komplett ins Internet stellen. Die Presseverbände verlangen ein Einschreiten der Politik gegen die dadurch entstehende GEZ-finanzierte, "gefühlt kostenlose" Konkurrenz.

Dienstag, 9. März 2010

Print-Werbeerfolg bald messbar

Mit dem Ad Impact Monitor hat der Verband deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) kürzlich eine Initiative zur Messung der Wirkung von Anzeigen in Printmedien abgesegnet, so ein Bericht von Horizont.net. Eine deutliche Mehrheit der Mitgliedsverlage sprachen sich für das Programm aus. Mit drei Verfahren soll die Reklamewirkung der Zeitschriften gemessen werden.

Bei RFID-Tests werden ausgesuchte Konsumenten auf ihre Lesepraxis hin "seitengenau" untersucht. Diese Methode ist beim Magazin Focus bereits seit einigen Jahren erprobt.

Beim CopyTests wird eruiert, welche Reaktionen eine Anzeige auslöst. Besonders interessant ist dabei für die Werbenden die folgende Fragestellung (Action-Taken Parameter): Wie gehen die Konsumenten weiter vor, wo holen Sie sich weitere Produkt-Informationen ein oder kaufen Sie direkt?

Das Tracking verfolgt die Wirkungen der Werbung: Wie verändern sich zum Beispiel Kaufbereitschaft, Bekanntheit und Verwendung eines Produkts durch die Werbung?

Die ins Rollen gebrachten Maßnahmen sollen die Werbung im Printbereich auch mit anderen Medien vergleichbar machen. In der Folge erhoffen sich viele Verlage, verlorenes Vertrauen und Budget in Zukunft wiedergewinnen zu können.

Dienstag, 23. Februar 2010

Verlage erzürnt über Tagesschau.de-Ausbau

Bereits seit einigen Tagen gibt es einen heiß diskutierten Streitpunkt zwischen Zeitungsverlagen und der öffentlich rechtlichen Fernsehanstalt ARD. Hintergrund ist ein geplanter Ausbau des Online-Angebotes von Tagesschau.de. Nach dem Willen des NDR-Rundfunkrates soll die GEZ-finanzierte Webseite die redaktionellen Nachrichten-Inhalte des Senders nach Belieben einbauen und auch vorhalten dürfen, wie Spiegel Online berichtete. Die Plattform soll nach den Plänen des NDR als eigenständiges, nicht sendungsbezogenes Telemedium genehmigt werden. Dadurch entfielen die Einschränkungen des geltenden Rundfunkstaatsvertrags, der zum Beispiel eine Verweildauer von Nachrichten im Netz für nur sieben Tage vorschreibt. Gegen diese Pläne, deren öffentliche Diskussion vom NDR-Rundfunkrat ausdrücklich nicht erwünscht wurde, laufen Zeitungsverlage nun Sturm. Sie sehen ihre Verdienstmöglichkeiten durch eigene, kostenpflichtige Online-Newsangebote gefährdet. Gruner+Jahr prüft daher die Möglichkeit einer Klage und auch der Verband deutscher Zeitschriftenverleger  (VDZ) empfiehlt seinen Mitgliedern rechtliche Schritte einzuleiten. [Foto: tagesschau.de]