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Freitag, 22. Oktober 2010

Verkaufszahlen: Der Spiegel bleibt stabil, Focus verliert

Nachdem die Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) eine Woche zuvor bereits die wenig erfreulichen Gesamtverkaufszahlen deutscher Wochenmagazine veröffentlicht hat, liegen nun auch Daten über die Detailauflagen des vergangenen Quartals vor. Bei den großen Zeitschriften ist der Trend rückläufig, so ein Bericht von horizont.net.

Der "Focus" hat bei Abos und im Einzelverkauf noch mehr eingebüßt als bei der gesamten verkauften Auflage. Die Zahl der Abonnements fiel im 3. Quartal mit 225.635 Exemplaren um 13,4 Prozent. Bei den Einzelverkäufen ist die Zahl sogar um 16 Prozent auf 105.673 Exemplare zurück gegangen. Die gesamte verkaufte Auflage des Burda-Magazins beträgt  556.972 Stück.

Auch der Marktführer "Der Spiegel" hat mit Verlusten zu kämpfen, jedoch nicht in so hohem Maße. Die Abo-Zahlen schrumpften um 0,92 Prozent. Die Einzelverkäufe bewegen sich mit -0,28 Prozent auf nahezu konstantem Niveau. Die Zahl der in Verkehrsmitteln ausgelegten "Bordexemplare" wurde aber um 21 Prozent zurückgefahren. "Der Spiegel" bleibt mit 1.012.872 verkauften Zeitschriften weiterhin ein Millionen-Blatt.

Ebenfalls nicht rosig sieht es für das Aushänge-Blatt der Gruner&Jahr-Verlagsgruppe namens "Stern" aus. Bei den Einzelverkäufen beträgt der Unterschied zum Vorjahr etwa Minus 8 Prozent, die Zahl der Abos hat sich um fast 4 Prozent verringert. Damit kommt das Magazin auf eine Gesamtauflage von knapp 905.000 Exemplaren.

Dass auch alternative Titel nicht unbedingt von der allgemeinen Entwicklung der Branche ausgenommen sind, beweist beispielsweise "Neon", der Lifestyle-Ableger des "Stern". Die verkaufte Auflage ging um 2,6 Prozent zurück, was vor allem auf den Verlust bringenden Einzelverkaufssektor mit einem Minus von ca. 4 Prozent zurückzuführen ist. Das Abogeschäft hat dagegen einen Zuwachs von 3,5 Prozent zu verzeichnen. [Foto: Focus-Chefredakteur Wolfram Weimer | cc-by-sa 3.0 Reto Klar/Focus]

Sonntag, 22. August 2010

Musikkäufe übers Internet werden immer beliebter

cc-by-sa 2.5 Darkone
Musik über das Internet zu kaufen, erfreut sich bei den Deutschen unverändert wachsender Beliebtheit. Im ersten Halbjahr 2010 wuchsen die Umsätze um fast 40 Prozent. Das meldete jetzt der Bundesverband Musikindustrie. Besonders beliebt sind digitale Musikalben. Die Branche konnte hier die Umsätze auf 41,55 Millionen Euro im Vergleich zu 27,57 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum steigern. Weniger stark gewachsen sind die Downloads von einzelnen Musiktiteln. Hier lag der Umsatz bei 30,42 Millionen Euro, das entspricht einem Plus von 6,25 Millionen im Vergleich zu 2009.

Insgesamt wurden damit dieses Jahr 4,7 Millionen digitale Musikalben, so genannte Bundles, und 29,73 Millionen Einzeltracks verkauft. Durchschnittspreis eines Bundles sei demnach 8,84 Euro gewesen, der eines einzelnen Musiktracks 1,02 Euro.

Im längeren Vergleich zu 2005 hat sich der Absatz von Musikalben nahezu verachtfacht. Der Verkauf von Einzeltiteln war 3,5-mal höher als noch vor fünf Jahren. Das erkläre sich vor allem durch das breite Angebot an Onlinemusikshops und dem intensiven Wettbewerb, erklärte der Geschäftsführer des Bundesverband Musikindustrie (BVMI), Stefan Michalk. Für das Jahr 2010 rechne er mit einem "stabilen Umsatzwachstum von rund 30 Prozent beim digitalen Musikverkauf," so Michalk.

Weniger gut steht hingegen die illegale Kokurrenz da: Hier geht der Absatz seit Jahren zurück. Laut Brennerstudie 2010 sank die Zahl der illegalen Musikdownloads von 412 Millionen im Jahr 2005 auf 258 Millionen im Jahr 2009. „Der Versand von Abmahnungen zeigt hier eindeutig Wirkung," sagte Michalk. "Zwar würden wir viel lieber flächendeckend zunächst Warnhinweise versenden. Das ist aber ohne die Kooperation der Internet Service Provider nicht möglich.“

Trotz der guten Zahlen bleibt die Sparte Musikdownloads weiterhin ein kleiner, wenngleich stark expandierender Markt. Laut dem Magazin Focus lag der Gesamtumsatz der Musikbranche im Jahr 2009 bei 1,803 Milliarden Euro. Davon entfielen jedoch nur 118,3 Millionen Euro auf die Musik-Downloads. Im Jahr 2008 waren es sogar nur 87,9 Millionen Euro.

Mittwoch, 9. Juni 2010

Online-Zeitschriften werden beliebter

Sowohl das Internet-Angebot der Bildzeitung als auch Spiegel Online konnten im Mai einen kräftigen Zuwachs in den Nutzerzahlen erzielen. Das geht aus der aktuellen Online-Erhebung der  Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. (IVW) hervor.

Bild.de erreichte im Wonnemonat über 149,2 Mio. Visits (April: 137,4 Mio.), Spiegel Online konnte 133,9 Mio. Besuche für sich verbuchen (Vormonat: 124,2 Mio.). Auch die Welt konnte um 0,7 Mio. auf 31 Mio Internetbesuche zulegen, Focus Online kam auf 29,1 Mio. Visits (April: 26,9 Mio.). Wenigstens ein kleiner Lichtblick für die kürzlich ins wirtschaftliche Schlingern geratene Burda-Zeitschrift, deren Redaktion derzeit einer radikalen Schrumpfkur unterzogen wird.

Die redaktionellen Angebote liegen bei der Nutzung mit den im Web 2.0-Hype vielbeschworenen sozialen Netzwerken durchaus auf Augenhöhe. Wer-kennt-wen brachte es auf 172,8 Mio. Besuche, MySpace erreichte letzten Monat vergleichsweise bescheidene 47,8 Mio. Visits.
[Foto: Focus-Leserschaft auch online kleiner als beim Spiegel]

Donnerstag, 3. Juni 2010

iPad: Focus App 25.000 mal heruntergeladen

Nach dem Marktantritt des iPads in Deutschland vergangenen Freitag stimmen erste Downloadzahlen die Verlage positiv. So wurde beispielsweise die Focus App 25.000 mal auf Apples neuem Tablet-Rechner installiert, allerdings handelt es sich um ein kostenloses Angebot. Dies berichtet Horizont.net unter Berufung auf eine Mitteilung von Tomorrow Focus.

Die digitale Burda-Zeitschrift rangiert somit hinter den Applikationen von N24 und der "Welt" auf Platz 3 der beliebtesten iPad-Apps.

Auch internationale Zahlen machen der schreibenden Zunft und ihren Bossen Mut. Das "Wall Street Journal" aus dem Murdoch-Imperium verkaufte sich laut Verlag bereits 10.000 mal zum Preis von 17,29 Dollar im Monat.

Gar 130.000 mal wurde die Digitalversion der "Financial Times" bereits installiert, allerdings ist das Angebot aufgrund eines Werbedeals zwei Monate kostenlos.

Es bleibt also abzuwarten, ob Apples neues Gadget den Verlagen den erhofften Geldsegen beschert, zumal Steve Jobs' Weltunternehmen an jedem Download kräftig mitverdient. [Foto: In Zukunft iPad statt Papier? - (c) obs/Focus Online]