Dienstag, 27. Juli 2010

iPad lässt Pornoindustrie frohlocken

Mit der Nackigkeit ist das so eine Sache - was der abgebrühte Westeuropäer schon gar nicht mehr wahrnimmt, treibt dem christlich bewegten US-Amerikaner schon die Schamesröte ins Gesicht und den arabischen Muselmann gleich auf die Palme.

Das kann zu einem Problem werden für weltweit vermarktete Produkte. Disney hat immer peinlich genau darauf geachtet, in diesem Minenfeld keine Angriffsfläche zu bieten und Apple tat es dem Mickey Maus Konzern im Frühjahr dieses Jahres gleich und ließ kurzerhand tausender Apps für das iPhone aus dem App Store entfernen, um besorgten Moralwächtern keinen Grund zu liefern, die Produkte aus dem Hause Apple als Geräte der Unzucht zu diffamieren. "Niemals sollen Pornostreifen auf meinen Geräten laufen", schwor Jobs damals noch.

Umso ärgerlicher für ihn, dass das neue Zugpferd von Steve Jobs IT Schmiede, das iPad, sich gerade bei den Freunden des frivolen Freizeitvergnügens allergrößter Beliebtheit zu erfreuen scheint. Aufgrund seiner einfachen Bedienbarkeit für den schnellen und mobilen Zugriff auf multimediale Inhalte geradezu prädestiniert, verhilft es der Sexindustrie zu einem unverhofften Aufschwung. So zitiert die Wirtschaftswoche Brancheninsider, die von höheren zweistelligen Wachstumsraten von kostenlosen und kostenpflichtigen Erotikangeboten im Netz berichten, die mit dem Verkaufsstart des iPad einhergingen. Schon wird das iPad als "PornPad" tituliert und vom "Heiligen Gral der Pornoindustrie" geschwärmt. Des einen Freud, des anderen Leid - vielleicht erleben wir bald ein Zensur-Update von Apple, das die Betrachtung fragwürdiger Inhalte gleich verhindert.

Montag, 26. Juli 2010

gamescom mit musikalischem Rahmenprogramm

Unter dem Motto "Celebrate the Games" wird die Video-Spielemesse gamescom vom 18.-22. August in der Koelnmesse stattfinden. Der erste Tag ist dabei Fachpublikum vorbehalten. In der Business Area können Branchenvertreter Kontakte an den ersten vier Messetagen knüpfen.

Für Privatbesucher, allen voran passionierte Daddler, geht es dann am Donnerstag, den 19. August los. Für die meist jungen Besucher gibt es wieder die günstige Möglichkeit, im naheliegenden Jugendpark zu zelten.

Für das angegliederte Musik-Event gamescom Festival wurde ein propperes Line-Up auf die Beine gestellt. Beim Eröffnungskonzert am 18. August am Tanzbrunnen geben sich die norddeutschen Bands Revolverheld und Stanfour die Ehre. Am Wochenende werden dann unter anderem 2Raumwohnung, Shout Out Louds, Dúné und Goldhawk die Bühnen in der Kölner Innenstadt kostenlos rocken.
[Foto: Revolverheld-Frontmann Johannes Strate | cc-by-sa 3.0 ChrisHH]

Samstag, 24. Juli 2010

Microsoft zieht mit Quartalszahlen nach

Nach Veröffentlichung der jüngsten Quartalszahlen des IT Riesen Apple bilanzierte nun Konkurrent Microsoft.  Der Gewinn vor Steuern konnte nach Mitteilung des Unternehmens dank der positiven Resonanz des neuen Betriebssystems Windows 7 um fast die Hälfte auf etwa 4,52 Milliarden US Dollar gesteigert werden bei einem Umsatzplus von 22 Prozent auf ca. 16,04 Milliarden Dollar.

Damit liegt der Branchenprimus aus Redmond unverändert deutlich vor seinem Konkurrenten Apple. Trotzdem scheinen die Zahlen von Steve Jobs und Co. bei den internationalen Beobachtern weit mehr Euphorie zu wecken als die des als bieder und technologischen Entwicklungen meist einen Schritt hinterherhinkend geltenden Pendant Microsoft. Zumindest in Punkto Image und Inszenierung hat Apple also die Nase deutlich vorne - ein nicht unwichtiger und mehr und mehr zum Tragen kommender Vorteil bei der Vermarktung von Produkten und Dienstleistungen.

Apple-Quartalszahlen: Milliardenumsatz mit iTunes

Apple hat seine aktuellen Quartalszahlen präsentiert. Der Umsatz beträgt 15,7 Milliarden bei einem Gewinn von 3,25 Milliarden Dollar. Neben 9,4 Mio. iPods und 8,4 Mio. iPhones wurden auch bereits 3,27 Mio. iPads in dem Abrechnungszeitraum verkauft. Von den mit dem Betriebssystem iOS ausgestatetten Geräten iPhone, iPod Touch und iPad wurden insgesamt 100 Mio. Stück abgesetzt.

Der App Store beinhaltet derzeit etwa 225.000 Programme. 11.000 davon sind speziell für das iPad konzipiert. Fünf Milliarden Downloads wurden seit Eröffnung des virtuellen Ladens getätigt.

Beeindruckend auch die Zahlen für den iTunes Store. Darüber heruntergeladene Media-Inhalte (Musik, Apps, TV-Sendungen und Filme) brachten dem Konzern um Vertriebsguru Steve Jobs eine Milliarde Dollar Umsatz, ein Plus von 25% gegenüber dem Vorquartal.

Zahlen zum neuen iPhone 4 beinhaltet der Quartalsbericht nicht, da das Gerät erst zum Ende des Zeitraums in die Läden kam. Das neue Smartphone machte zuletzt mehr mit den kaum zu verschmerzenden Empfangsproblemen als durch sein überragendes Display und die stark verbesserte Kamerahardware von sich reden.

Eine für iPhone4-Kunden kostenlose Hülle soll die Leistung des Handys bald stabilisieren, versprach Apples Finanzvorstand Peter Oppenheimer. Diese Nachbesserung wird das Medienunternehmen 175 Mio. Dollar kosten.

Dienstag, 20. Juli 2010

eBook Boom bei amazon USA

Laut Mitteilung von amazon.com verkauft der Internethändler in den USA mittlerweile mehr eBooks als Hardcover-Bücher.

Demnach wurden im Zeitraum April bis Ende Juni 2010 pro 100 verkaufter Hardcover-Buchausgaben 143 Kindle-Bücher abgesetzt. Im Juni selbst kamen auf 100 Hardcoverausgaben sogar 180 digitale Versionen. Gratisexemplare, die amazon bei urheberrechtsfreien Publikationen ebenfalls für den Kindle anbietet, seien dabei noch nicht eingerechnet worden, so das Unternehmen.

Amazon bietet mit dem Kindle in den USA seit 2007 ein mobiles Gerät, mit dem digitale Bücher und Zeitungen bei amazon heruntergeladen und gelesen werden können. Die Preissenkung des Kindle infolge des Erfolges von Apples iPad dürfte wohl wesentlich zu den jüngsten Verkaufserfolgen beigetragen haben. In Deutschland kann man den Kindle nur über den Umweg der amerikanischen amazon-Seite beziehen.

Unterhaltungsmarkt bleibt stabil

Der Entertainment-Markt hat sich im abgelaufenen Halbjahr 2010 zumindest im Absatz als stabil herausgestellt. Dies berichtet media control vor dem Hintergrund einer Studie der GfK. Durch steigende Zahlen im Bereich legaler digitaler Downloads konnte besonders die Musikbranche im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2009 zulegen.

41% aller verkauften Songs und Alben gingen in digitaler Form an die Konsumenten. Trotzdem ist der Umsatz in der Musik-Industrie weiter rückläufig.

In der Buch- und Videospiel-Industrie war hingegen in den ersten sechs Monaten sowohl Absatz als auch Umsatz rückläufig.

Gemessen an den Einnahmen entfällt mehr als die Hälfte (52,6%) des Unterhaltungsmarkts auf den Buchhandel. Jeder fünfte Euro (20,0%) wird für physische Tonträger und Musik-Downloads ausgegeben.
[Foto: Bücher: Rückgrat des Unterhaltungsmarkts | cc-by-sa 3.0 Dr. Marcus Gossler]

Musikwirtschaft verzeichnet Wachstum

Eine Nachricht aus Schweden im Zusammenhang mit der Musikindustrie oder Downloads gab in der Vergangenheit meist keinen Anlass zu Freudensprüngen und beschäftigte sich vor allem mit The Pirate Bay und den Problemen, mit denen sich die Musikwirtschaft (wie die Kreativwirtschaft im Allgemeinen) im weltweiten Netz konfrontiert sieht.

Diesmal aber flattert uns eine gute Nachricht aus dem Land der Elche auf den Tisch: laut Bericht der IFPI Schwedens verzeichnete die dortige Musikwirtschaft im ersten Halbjahr 2010 ein Umsatzplus von 1,7 Prozent. Da bereits 2009 ein Zuwachs verbucht werden konnte, scheint die Entwicklung eher Trend denn Ausrutscher zu sein.

Zwar gingen die Albumverkäufe in physischer Form um knapp 18 Prozent zurück, dies wurde jedoch durch einen Zuwachs bei den Downloads (plus 18,6 %) und bei Streamingangeboten (plus 242 %) überkompensiert.

Der Anteil der im digitalen Bereich generierten Umsätze an den Gesamteinnahmen der Musikwirtschaft liegt in Schweden mittlerweile bei fast einem Drittel.