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Mittwoch, 30. Oktober 2013

Streaming: Sind die Labels zu gierig?

Bereits seit einiger Zeit beklagen sich Künstler, dass bei den ebenso günstigen wie beliebten Musik-Streamern kaum Geld für sie herumkommt. Bei Spotify etwa sollen pro 1000 Abspielvorgängen nur knapp 60 Cent herausspringen, wie unlängst "The Guardian" vorgerechnet hat. Dass die Labels rund neun mal höhere Tantiemen einstreichen, erzürnt derzeit einen Zusammenschluss von Musikern aus Schweden, wie Musikmarkt berichtet.

Unter Federführung der schwedischen Musikergewerkschaft will man nun gegen die Major-Labels Universal und Warner den Rechtsweg einschlagen. Da viele Künstlerverträge lange vor dem Streaming-Boom entstanden sind, wird vermutlich nachverhandelt werden. Der Anwalt des Zusammenschlusses geht sogar davon aus, dass den Musikern eine 50 Prozent-Beteiligung zusteht.

Für die Kreativen aus dem Norden steht viel auf dem Spiel: Im Heimatland von Spotify werden bereits 70 Prozent der Musikumsätze mit Streaming erzielt.
[Foto: Musiker bekommen kaum Spotify-Einnahmen | (Logo)]

Artikel von agent-media.de

Montag, 28. Mai 2012

ESC: Acht Millionen Deutsche verfolgen Schweden-Sieg

Den Sieg der schwedischen Sängerin Loreen mit "Euphoria" beim Eurovision Song Contest in Baku verfolgten hierzulande 8,3 Millionen Zuschauer. Im letzten Jahr saßen bei der versuchten Titelverteidigung durch Lena noch 5 Millionen Menschen mehr vor den Bildschirmen.

Auf Platz Zwei folgten die sechs russischen Rentnerinnen von Buranowski Babuschki mit ihrem ebenso putzigen wie musikalisch anspruchslosen Auftritt zum Song "Party For Everybody". Željko Joksimovic, der den  ESC in der Vergangenheit bereits als Interpret, Moderator und Komponist bereichert hatte, erreichte diesmal mit "Nije Ljubav Stvar" für Serbien einen hervorragenden dritten Platz.

Für Deutschland landete Roman Lob auf einem guten achten Rang. Im Gegensatz zum Lena-Hype gab es bei dem 21jährigen keine Euphoriewelle im Vorfeld. Auch die nationale Vorentscheidung war trotz der interessanten Live-Voting-Variante ein Quoten- Flop. Der sympathische Industriemechaniker verdankt die Top-10- Platzierung seinem starken Song "Standing Still" aus den Federn von Jamie Cullum, Steve Robson ind Wayne Hector, den er fehlerfrei vorbrachte.

Anke Engelke sorgte bei der deutschen Punktevergaben mit positiv und doch unverblümt formulierter Kritik am wenig demokratischen Präsidialsystem im Gastgeberland Aserbaidschan für Aufsehen. "It's good to be able to vote and to have a choice. Good luck on your journey, Azerbaijan. Europe is watching you". Das saß.
[Foto: ESC-Siegerin Loreen | cc-by-sa 2.0 possan]

Artikel von agent-media.de

Dienstag, 20. Juli 2010

Musikwirtschaft verzeichnet Wachstum

Eine Nachricht aus Schweden im Zusammenhang mit der Musikindustrie oder Downloads gab in der Vergangenheit meist keinen Anlass zu Freudensprüngen und beschäftigte sich vor allem mit The Pirate Bay und den Problemen, mit denen sich die Musikwirtschaft (wie die Kreativwirtschaft im Allgemeinen) im weltweiten Netz konfrontiert sieht.

Diesmal aber flattert uns eine gute Nachricht aus dem Land der Elche auf den Tisch: laut Bericht der IFPI Schwedens verzeichnete die dortige Musikwirtschaft im ersten Halbjahr 2010 ein Umsatzplus von 1,7 Prozent. Da bereits 2009 ein Zuwachs verbucht werden konnte, scheint die Entwicklung eher Trend denn Ausrutscher zu sein.

Zwar gingen die Albumverkäufe in physischer Form um knapp 18 Prozent zurück, dies wurde jedoch durch einen Zuwachs bei den Downloads (plus 18,6 %) und bei Streamingangeboten (plus 242 %) überkompensiert.

Der Anteil der im digitalen Bereich generierten Umsätze an den Gesamteinnahmen der Musikwirtschaft liegt in Schweden mittlerweile bei fast einem Drittel.

Mittwoch, 22. April 2009

Unbeugsame schwedische Piraten verurteilt

Vor dem Amtsgericht in Stockholm sind die vier Betreiber der Torrent-Suchmaschine Pirate Bay zu Schadensersatzzahlungen von 3,5 Mio. US-Dollar verurteilt worden. Damit bestätigte die Rechtssprechung die Auffassung, dass Pirate Bay Beihilfe zu Urheberrechtsverletzungen leistet. Der Pirate-Bay-Server fungiert als Torrent-Tracker. Er regelt also die Verteilung von Dateien innerhalb des Filesharing-Netzes, ohne dass diese dauerhaft auf dem Rechner gespeichert werden. Die Höhe der verhängten Geldstrafe rechtfertigt das Gericht mit dem gewerblichen Betrieb von Pirate Bay. Das Portal soll laut Staatsanwaltschaft rund 1,2 Mio Euro im Jahr eingebracht haben. Die Betreiber leugnen indes, mit ihrem Dienst einen Gewinn erzielt zu haben. Zusätzlich zu dem enormen Betrag hat das Gericht auch für alle Betreiber eine einjährige Haftstrafe verhängt. Die "Piraten" geben sich indes unbeugsam und haben gegen das Urteil Berufung eingelegt. Laut eigenem Blogeintrag möchten sie keine Spenden, sondern fordern zur Wahl von Piratenparteien bei der Europawahl im Juni auf. Die schwedische "Piratenpartiet" war die erste ihrer Art. Mittlerweile gibt es auch in Deutschland eine registrierte Politorganisation, die sich den "freien Austausch" immaterieller Güter auf die Totenkopf-Fahne geschrieben hat. [Bild: Logo Piratenpartiet]