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Donnerstag, 6. Juni 2013

Aus für HADOPI

Die 2010 in Frankreich zum Kampf gegen Urheberrechtsverletzungen ins Leben gerufene Behörde HADOPI soll geschlossen werden. Dies berichtet heise.de auf der Grundlage von französischen Medienberichten, die ein entsprechendes Statement der verantwortlichen Ministerin Fleur Pellerin zitieren. Den Nutzern wie vorgesehen den Internetzugang zu sperren sei so, als würde man ihnen das Wasser abdrehen, äußerte sich die Politikerin kritisch.

Mit der Entscheidung folgt man den Vorschlägen des Prüfberichts einer Kommission, die unter der Regie des ehemaligen Canal+-Chefs Pierre Lescure erstellt wurde. Unter den 75 Anregungen des Kommisionsergebnisses ist auch die Empfehlung zur HADOPI-Abwicklung zu finden.

Die Bilanz der Copyright-Schutzbehörde unserer westlichen Nachbarn liest sich ziemlich ernüchternd. Zwar wurden 1,2 Millionen Menschen angeschrieben, weil sie erstmalig bei einem Akt der Online-Piraterie ertappt wurden. Die meisten wurden aber nie wieder erwischt. Sie stellten sich also klüger an oder ließen ihr widerrechtliches Treiben sein. Nur in drei Fällen kam es zu Anklage. Dabei kam lediglich einmal eine Geldstrafe von überschaubaren 150 EUR heraus. In einem anderen Urteil verwarnten die Richter den Angeklagten nur, im dritten Fall musste der angebliche Copyright-Verletzer sogar freigesprochen werden. Diesem Ertrag stehen Kosten von bislang 12 Millionen EUR für die 60 HADOPI-Mitarbeiter gegenüber.

Die grundsätzliche Three-Strikes-Idee soll beibehalten werden. Anstelle der Kappung des Webzugangs könnte man künftig mit Geldstrafen drohen. Die Verwaltungsexekutive soll vom HADOPI-Amt zum Conseil supérieur de l'audiovisuel wechseln, der französischen Regulierungsstelle für Rundfunk und TV.
[Foto: Sozialistin Fleur Pellerin mag HADOPI nicht | cc-by-sa 3.0 Nicolas Reitzaum]

Artikel von agent-media.de

Donnerstag, 14. März 2013

Abmahngebühren werden gedeckelt

Die Bundesregierung hat einen Maßnahmenpaket gegen unseriöse Geschäftspraktiken beschlossen. Durch das neue Gesetz sollen unter anderem Abmahngebühren gedeckelt werden. Außerdem unterliegen Telefon-Marketing und weitere unlautere Maßnahmen zur Kundenakquise künftig strengeren Regeln.

Abmahngebühren sind für das erste Schreiben nun auf 155,30 EUR beschränkt. Dies soll die bislang nicht unüblichen Abmahnungen "auf Verdacht" genügend unlukrativ machen. Leutheusser Schnarrenberg wollte explizit Verbraucher vor überzogenen Forderungen bei Bagatelldelikten schützen, die sie im schwer durchschaubearen Dickicht der Copyright-Gesetzgebung oft unwissentlich begehen.

Die Kreativindustrie hält naturgemäß wenig von der kommenden Eindämmung des Abmahnwesens. Für schwerere Fälle sieht das Gesetz allerdings eine Hintertür vor, so dass die Deckelung dann nicht gilt. Wo hier die Grenzen zu ziehen sind, darüber wird sich im Zweifel vor Gericht trefflich streiten lassen.
[Foto: "Schnarre" setzt sich für Verbraucher ein | cc-by-sa 3.0 Arian Kriesch]

Artikel von agent-media.de

Mittwoch, 22. Februar 2012

Zeitungswerbung nach wie vor effizient

Zeitungen können auch heute noch eine wichtige Rolle im Werbemix spielen. Dies will die Zeitungs Marketing Gesellschaft (ZMG) in ihrer Studie "Zeitungsqualitäten 2012" herausgefunden haben.

Trotz über vier Stunden durchschnitlichen Fernsehkonsums und immer weiterer Verbreitung stationärer und mobiler Internetgeräte nehmen noch immer 72,1% der über 14jährigen Deutschen regelmäßig eine herkömmliche, gedruckte Zeitung in die Hand. 81 Prozent dieser Leser halten die Anzeigen in den Printmedien für "glaubwürdig und zuverlässig".

Im Fallbeispiel einer C&A-Kampagne wurde bei Tageszeitungen ein höherer Anteil (17%) an der generierten Werbeerinnerung gemessen als bei TV-Spots (10%). Gemessen an der Reichweite sind Werbeblöcke in Presse-Erzeugnissen dabei sogar günstiger als Fernsehreklame.

Die komplette Studie enthält weitere Untersuchungen, die zum Teil von Quellen stammen, die unabhängiger sind als es die ZMG sein kann. Sie ist als PDF für ZMG-Kunden und Werbeagenturen kostenlos unter der Mail sek@zmg.de bestellbar.
[Foto: Beliebtes Ritual: Morgens Zeitung Lesen | cc-by-sa 3.0 agent-media.de]

Artikel von agent-media.de

Montag, 13. Juni 2011

Teurer Werbemarkt Twitter

Erst im Laufe des vergangenen Jahres hat der 2006 gegründete Internet-Service für Kurznachrichten Twitter begonnnen, seinen weltweiten Erfolg mittels Werbung zu monetarisieren. Pressetext zieht nun in einer Mitteilung eine erste Bilanz. In der Zwischenzeit gab es bereits 6000 Kampagnen von 600 Werbetreibenden. Angefangen hatte die Twitter-Reklame mit sechs Interessenten.

Bei den Reklameformen "Promoted Tweets" und "Promoted Accounts" berechnen sich die Kosten nach Clicks bzw. Followern. Bei diesen Kampagne-Optionen müssen Werber laut Pressetext bereits Budgets von 15.000 Dollar im Vierteljahr veranschlagen.

Die "Promoted Trends" sind als zusätzliche Reklamemöglichkeit seit einem Jahr verfügbar. Für die Erwähnung in den Listen "heißer" Themen verlangte der Dienst mit den knappen, nutzergenerierten Texten anfangs Festpreise zwischen 25.000 und 30.000 Dollar täglich. Die Kosten sind hier in der Zwischenzeit auf 120.000 Dollar gestiegen.
[Foto: Twitter-Reklame geht ins Geld | (c) Twitter Inc.]

Artikel von agent-media.de

Dienstag, 29. Juni 2010

Auch die Bild springt auf den 3D-Zug

Im Rahmen einer zunächst einmaligen Aktion wird die Ausgabe der Bilzeitung vom 28. August in 3D produziert. Mit Hilfe einer mitgelieferten Brille sollen Fotos und vor allem Werbeanzeigen den Lesern geradezu ins Auge springen. Zum Erscheinungstermin wird auch die Bild-Webseite dreidimensionale Inhalte bereitstellen.

Der verantwortliche Verlag, die Axel Springer AG, bringt am 26. September zusätzlich ein Multimedia-Journal der Bild am Sonntag in 3D heraus. Darin werden die Techniken der neuen Seh-Dimension erklärt. Weitere Themen sind Video On Demand, Microsofts neuer motorischer Spielcontroller Kinect (ehemals Projekt Natal), Digicams, das iPad und mobile Flatrates. Beiden 3D-Editionen wird eine Rot-Cyan-Brille beigelegt.

Die Kosten für Werbeanzeigen im Multimedia-Journal hat Axel Springer in einer PDF-Datei veröffentlicht. Halbseitige Anzeigen etwa sind für ca. 64.000 Euro zu haben, mit Rabatten kann solch ein Werbeblock für etwa 39.000 Euro erstanden werden.

Neu ist die Idee nicht, bereits im letzten Jahr hatte die Computerzeitschrift c't eine Ausgabe fast komplett in 3D gestaltet. Leider waren einige der beigelegten Brillen fehlerhaft. Solch einen Fauxpas wird sich der Axel Springer-Verlag angesichts seiner betuchten Werbekundschaft nicht erlauben wollen. [Foto: BamS: Multimedia-Beilage in 3D]

Montag, 19. Oktober 2009

ebay - Buch & CD-Versandkosten entfallen

In Zukunft dürfen Verkäufer bei eBay Bücher und CDs nur noch versandkostenfrei anbieten. Vorgeblich soll dies das Angebot für Käufer attraktiver machen. Allerdings werden Anbieter durch die Änderung zur Angabe eines teureren Startangebots (zumindest in Höhe der Versandkosten) gezwungen. Das Auktionshaus profitiert somit von der Neuregelung, da es an den auf die Kunden abgewälzten Mehrkosten anteilig mitverdient. Ebay hatte im zweiten Quartal mit einem dramatischen Gewinneinbruch um 30% auf 327 Mio. Dollar zu kämpfen. In Deutschland werden daher 400 von 1000 Arbeitsplätzen am Standort Berlin gestrichen.

Montag, 21. April 2008

Medienmeile in Hürth

In Hürth bei Köln entsteht bald eine "Medienmeile". Vor den dort ansässigen TV-Studios und Medienunternehmen sollen dann Fahnen wehen und Lichtmasten leuchten. Die im Stadtteil Kalscheuren ansässigen Firmen heben sich ansonsten kaum vom tristen Einerlei des dortigen Industriegebiets ab. Der Rat hat die Freigabe von Mitteln für diese Verschönerung letzte Woche beschlossen. Die Unternehmen sollen jedoch die Hälfte der auf 130.000 Euro geschätzten Kosten tragen. Seitens der Wirtschaft liegen derzeit 3 schriftliche und eine mündliche Zusage vor. Ob für die florierende Medienwirtschaft um Köln wirklich eine Finanzspritze aus Steuergeldern nötig ist bleibt jedoch fraglich.