Mittwoch, 6. Januar 2010

US-Kids bevorzugen physische Medien

In einer Studie hat die NPD Group das Kaufverhalten US-amerikanischer Kinder im Alter zwischen zwei und 14 Jahren analysiert. 79 Prozent dieser Junkonsumenten haben demnach schon Geld für Musik, Filme oder Video-Spiele ausgegeben. Überraschend: Downloads sind bei den Kids längst nicht so beliebt wie greifbare Datenträger. 85 Prozent der Ausgaben werden in CDs, DVDs, Blu-rays und Speichermodule für mobile Spiele investiert, nur 15% in Downloads. Zwar kaufen nur 31% ausschließlich physische Medien. Umgekehrt liegt der Anteil der Heranwachsenden, die nur den digitalen Markt nutzen jedoch bei gerade mal einem Prozent. 12% der Befragten sind Kunden einer Online-Videothek (19% leihen in einer herkömmlichen Videothek), 14% frequentieren Musik-Dienste wie iTunes im Internet. Mit ihrem ersten Bezahl-Download kauften sich die meisten Kinder (41%) der genannten Altersgruppe Musik. Bei 38% der Befragten begann der kostenpflichtige Digitalkonsum mit einem Spiel. Im Schnitt fand der erste Download mit sieben Jahren statt, doch 43% der Erstkäufer digitaler Medieninhalte waren sechs Jahre und jünger. [Foto: amazon.de]

Links:
Studie der NPD Group zum Medien-Kaufverhalten US-amerikanischer Kinder

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Montag, 4. Januar 2010

Gesponserte MP3s bei FreeAllMusic

Wer sich bereit erklärt, einen 15-30 sekündigen Werbespot über sich ergehen zu lassen, darf künftig bei FreeAllMusic kostenlos MP3s herunterladen. Dies berichtet Musikwoche. Der US-Anbieter hat unter anderem Coca Cola, LG und Warner Bros. TV als Sponsoren für sich gewinnen können. Bei den Songs kann FreeAllMusic auf die Kataloge zweier Majors zurückgreifen, allerdings soll jeder Nutzer nur maximal 20 Songs pro Monat herunterladen dürfen. Der Service soll künftig auch mobil als App verfügbar sein. Frühere Konzepte namens Qtrax und SpiralFrog sind mit der Idee werbefinanzierter Musik-Downloads gescheitert. Allerdings konnten bei diesen Portalen auch nur kopiergeschützte Dateien heruntergeladen werden. Leider ist FreeAllMusic von Deutschland aus nicht verfügbar. [Foto: www.iis.fraunhofer.de]

Sonntag, 3. Januar 2010

Alien-Sex in Avatar

James Cameron ließ vor kurzem durchblicken, dass eine bestehende Sex-Szene zwischen den Hauptdarstellern seines Sci-Fi-Märchens "Avatar" im Kino nicht zu sehen war. Dies sei etwas für eine Special Edition DVD, äußerte sich der Regisseur laut ReelzChannel.com weiter. Wer sich die das Liebesspiel der blauen Riesen anschauen und gegebenenfalls beurteilen möchte, ob sich der Gigantismus der Figuren auf alle Körperteile erstreckt, wird also auf entsprechende DVD- oder Blu-ray-Versionen der derzeitigen Nummer Eins der Kinocharts Deutschlands warten müssen. [Foto: amazon.de]

Bandcamp: Physische Datenträger sehr gefragt

Positiv überrascht haben sich kürzlich die Macher des Musik-Portals Bandcamp über die Umsatzzahlen physischer Datenträger geäußert. Die Plattform erlaubt es Bands, Ihre Musik in digitaler oder physischer Form direkt und ohne Label zu vermarkten. Laut Bericht von Musikmarkt gehen CD-Alben in der Regel zum doppelten Preis ihrer digitalen Download-Pendents an die Interessenten. Besonders gut laufen dabei Sondereditionen, die mit frischen Ideen statt 08/15-Jewelcase und Booklet aufwarten

Saturn-MP3-Shop startet holprig

Das am heiligen Abend gestartete MP3-Portal des Elektronik-Riesen Saturn offenbarte bei einigen Kunden laut Heise-Ticker massive Sicherheitsprobleme. Mehrere Nutzer fanden sich unvermittelt im Account anderer User wieder und konnten dort sogar neue Passworte vergeben. Saturn hat zu den Problemen bisher nicht detailliert Stellung genommen. Ein Programmierfehler ist als Ursache zu vermuten; den entstandenen Vertrauensverlust gilt es seitens des Technikhandels nun wieder wettzumachen

Musikindustrie knackt 10-Prozent-Marke

Die deutsche Musikindustrie wird  bis zum Ende des laufenden Jahres erstmalig mehr als 10 Prozent Ihres Gesamtumsatzes online verdienen. Wie der Geschäftsführer des Branchenverbandes, Stefan Michalk, Medienberichten zufolge bekannt gab, liegt demnach die Wachstumsrate im Onlinegeschäft, der Wirtschaftskrise zum Trotz, bei 20 bis 30 Prozent. Der Gesamtumsatz der Musikindustrie in Deutschland wird dagegen 2009 leicht zurückgehen und in etwa 1,55 Milliarden EUR erreichen. Im internationalen Vergleich erkennt der Branchenverband für den deutschen Onlinemarkt noch enormes Wachstumspotential und rechnet im Jahr 2013 mit einem Wachstum des online erzielten Umsatzanteils auf 20 Prozent. Dennoch bleibt hierzulande die CD Rückgrat der Musikindustrie und vermag aktuell stabile 140 bis 150 Millionen Tonträger pro Jahr abzusetzen. Zum Onlinegeschäft zählen zum Beispiel die Erlöse aus Downloadverkäufen oder auch online erzielte Lizenzeinnahmen, nicht aber im Internet verkaufte physische Tonträger. [Foto: Bundesverband Musikindustrie]

Argentinien verlängert Leistungsschutz

Laut Pressemitteilung der IFPI wurde in Argentinien die Leistungsschutzfrist von 50 auf 70 Jahre verlängert. Mit dem Leistungsschutzrecht wird das Schaffen ausübender Künstler und Produzenten, also beispielsweise eine Musikaufnahme, geschützt. Nach Ablauf der Frist, die von Land zu Land variiert und zwischen 50 und 95 Jahren liegt, können frei gewordene Werke von Jedermann veröffentlicht und vermarket werden, ohne dass die ursprünglich Beteilgten dafür entlohnt werden müssten. Der Phono-Verband freut sich in seiner Stellungnahme insbesondere für die Künstler, denen so eine wichtige Einnahmequelle im Winter Ihrer Tage nicht mehr vorenthalten wird. Vor allem dürfte sich der Verband aber für seine Mitgliedsfirmen freuen, den deren Veröffentlichungsmonopol wird mit der Entscheidung des südamerikanischen Landes wenigstens dort verlängert. Mit Näherrücken des Jahres 2013 dürften auch andere Staaten Veränderungen am Leistungsschutzrecht vornehmen, erlöscht dann doch in einigen Ländern, darunter Deutschland, beispielsweise der Leistungsschutz für Aufnahmen der Beatles. Auch der Urheberrechtsschutz, deutlich weiter gefasst als der Leistungsschutz und erst 70 Jahre nach dem Tod des Verfassers endend, könnte in den Fokus der Gesetzgeber rücken. In Deutschland steht zum Beispiel der Freistaat Bayern 2015 vor dem Dilemma, dass in diesem Jahr das Urheberrecht auf Hitlers "Mein Kampf", bis dato im Besitz des Freistaates, 70 Jahre nach dem Tod des Diktators erlischt. Dadurch hätte Bayern keine Handhabe mehr, die Veröffentlichung der Schrift zu verhindern. [Foto: wikipedia]