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Mittwoch, 2. November 2011

GVU misst Kino.to-Effekt

Die Beschlagnahme des Filmportals kino.to im Juni hat zu deutlichen Auswirkungen auf den Video-Markt geführt. Im Monat der Domain-Sperre gab es 17,9 Prozent mehr Verleihvorgänge in Videotheken als im Juni 2010. In der Startwoche des Folgemonats wurde laut Meldung von pressetext sogar kurzfristig ein Plus von 41 Prozent gemessen.

Der Höhenflug wurde durch den Launch des Nachfolgeportale kinox.to Mitte Juli jäh gebremst. In der Folge rutschten die Vermiet-Aktionen von Video-Filmen wieder in den zweistelligen Minus-Bereich. Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU), die auch den kino.to-Stopp erwirkt hatte, veröffentlichte die Zahlen mit Hilfe von Studien der Media Control.

Die von Interessensverbänden der Kreativindustrie oft ins Feld geführten Milliardenschäden wurden von Kritikern in der Vergangenheit mitunter als übertrieben bewertet. Schließlich ist nicht jeder illegal agierende Nutzer auch bereit Geld für die konsumierten Medieninhalte zu zahlen. Die Schließung des Filmportals zeigt jedoch eindrucksvoll, mit welcher Wucht die widerrechtliche Verbreitung von Videos den gesamten Verleihmarkt und somit tausende von Arbeitsplätzen trifft. In anderen Medien-Bereich dürften die negativen Auswirkungen ähnlich drastisch sein.
[Foto: Illegale Filestreams beuteln Videotheken | gemeinfrei]

Artikel von agent-media.de

Donnerstag, 10. Februar 2011

Videotheken sterben langsamer

Der Rückgang der stationären Film-Verleihgeschäfte ist 2010 moderater ausgefallen als in den Jahren zuvor. Am Jahresende gab es bundesweit 2.795 Videotheken, 214 weniger als zum Jahresanfang. Dies berichtet der Interessenverband des Video- und Medienfachhandles (IVD). In den Jahren 2009 schlossen 499 Geschäfte ihre Pforten. 2008 mussten gar 665 Verleiher die Segel streichen.

Regional sieht die Lage dabei deutlich unterschiedlich aus. Während im gesamten Gebiet der ehemaligen DDR nur 27 Videotheken schlossen, gab es in Bayern 74 Geschäftsaufgaben. Dies bedeutet ein Minus von deutlich über 10 Prozent im flächengrößten Bundesland.

Der Fachhandel sieht sich mit zunehmender Konkurrenz durch legale und illegale Download- und Streaming-Angebote konfrontiert. Grund zu vorsichtigem Optimismus gibt indes eine kürzlich veröffentlichten Studie der Marktforscher von IHS Screen Digest. Der Bericht sieht eine annähernd stabile Marktsituation für den stationären DVD-Verleih in Deutschland bis 2014 voraus. Der IVD hofft aufgrund dieser Prognose auf eine weitere Verlangsamung des Videothekensterbens.
[Foto: Hoffnungsschimmer für Verleiher | gemeinfrei]

Artikel von agent-media.de

Montag, 18. Januar 2010

Videotheken-Schwund in den USA

Nachdem US-Marktführer Blockbuster bereits im vergangenen Herbst die Schließung von 3.750 Filialen in einem Zeitraum von zwei Jahren angekündgt hatte, sieht sich nun auch Konkurrent Movie Gallery gezwungen, sein Videothekennetz zu verkleinern. 1.000 von 2.700 Movie Gallery-Verleihern könnten laut pressetext ihre Läden in Kürze zumachen müssen. In den USA konkurrieren Verleihautomaten mit den Videotheken stärker als in Deutschland. Hierzulande ist der Verleih durch Maschinen stärker reglementiert, zum Beispiel dürfen keine Ü18-Produktionen am Automaten ausgegeben werden. Attraktiver werdende Streaming- und Download-Angebote kratzen indes weltweit am stationären, physischen Filmmarkt. [Foto: cc-by Stilfehler]

Donnerstag, 30. April 2009

Fallende Stückpreise vermiesen Video-Business

Der Interessenverband des Video- und Medienfachhandels in Deutschland (IVD) hat seinen Geschäftsbericht für das Jahr 2008 veröffentlicht. Darin sind auch Zahlen aus dem derzeitigen Verleih- und Verkaufsmarkt enthalten. Der Umsatz aus Verleihvorgängen fiel demnach im letzten Jahr um 4 Prozent auf 264 Mio. Euro. 2007 wurden noch 10 Mio. Euro mehr umgesetzt. Die Zahl der Verleihvorgänge blieb dabei fast gleich. Sie fiel nur um 1 Mio. auf 108 Mio. Grund für den deutlicheren Umsatzrückgang ist also der Preisverfall im Verleihmarkt. 2008 mussten durchschnittlich nur noch 2,46 EUR für einen Film oder ein Game aus der Videothek berappt werden; 2007 lag dieser Wert noch bei 2,53 EUR. Auch der Verkaufsmarkt für Blu-rays und DVDs litt im letzten Jahr unter fallenden Stückpreisen. Während die Zahl der Verkäufe mit 104 Mio. nahezu konstant blieb (2007: 105 Mio.), schrumpfte der Umsatz um 3 Prozent auf 1.291 Mio EUR ein (Vorjahr: 1.331 Mio EUR). Erstaunlich konstant ist die Markt-Aufteilung unter de verschiedene Verleihinstanzen. Seit 2006 finden laut jährlicher Erhebung 88% der Verleihvorgänge in gewöhnlichen Videotheken statt. Verkaufsautomaten (5%) und Online-Angebote (7%) teilen sich den Restmarkt mit ebenfalls seit drei Jahren konstanten Anteilen. [Foto: kawu@wikimedia]

Link zum Thema

Geschäftsbericht des IVD

Donnerstag, 5. Februar 2009

Sonntagsöffnung von Videotheken in Hessen

Mit Hessen wird im zehnten Bundesland die Öffnung von Videotheken am Sonntag erlaubt. So steht es im nun verabschiedeten Koalitionsvertrag von FDP und CDU. Ab 13:00 dürfen neben den Geschäften von Filmverleihern auch Bibliotheken und Büchereien am letzten Tag des Wochenendes öffnen. Der Interessenverband des Video- und Medienfachhandels hatte mit den hessischen Videothekaren für diese Lockerung des Ladenschlussgesetzes geworben. Die FDP hatte die nun zur Umsetzung beschlossene Sonntagsöffnung im Wahlkampf gefordert. Bereits 1998 war die Öffnung der Verleihgeschäfte am Sonntag den Ländern vom Bundestag empfohlen worden. [Foto: kawu@wikimedia]