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Freitag, 12. August 2011

London: Randale erfasst Musikbranche

Bei den aktuellen Krawallen in London und Umgebung wurde ein Lager des britschen Musikvertriebs PIAS vollständig zerstört. In die Halle von Sony, in der neben den CDs von PIAS auch Elektronikwaren des japanischen Konzern lagerten, verschafften sich randalierende Jugendliche Eintritt.

Nachdem sie sich mit Spielkonsolen und DVDs eingedeckt hatten, entfachten die Chaoten mit Hilfe mitgeführter Benzinkanister einen Großbrand. Über 150 Indielabels sind betroffen. Alleine der Labelverbund Beggards Group beklagt 750.000 zerstörte Discs.

Die finanziellen Verluste konnten bislang nicht genau beziffert werden. Dennoch zeichnet sich schon jetzt ab, dass die Brandkatasttrophe einigen kleineren Labels wirtschaftich das Genick brechen könnte. Vielen Indies fehlt das finanzielle Polster um die zerstörte Ware bis zum etwaigen Schadensausgleich durch die Versicherung vorzufinanzieren.

Auch andere Märkte dürften von den Gewaltexzessen im Vereinigten Königreich stark beeinträchtigt sein. Auf einige UK-Importe werden Fans daher wohl erstmal warten müssen.
[Foto: Plünderer in London | cc-by-sa 2.0 hozinja]

Artikel von agent-media.de

Montag, 25. Juli 2011

Amy Winehouse gestorben

Die britische Sängerin Amy Jade Winhouse ist am 23. Juli im Alter von 27 Jahren tot in ihrer Londoner Wohnung aufgefunden worden. Laut Medienberichten soll sie am Vorabend eine Party gefeiert haben. Ein drogenbedingter Tod der suchtkranken Künstlerin ist wahrscheinlich. Eine Obduktion soll heute Gewissheit bringen.

Winehouse war als Tochter des Taxifahrers Mitchell und der Aphotekerin Janis Winehouse aufgewachsen. Ihre Eltern trennten sich, als sie neun Jahre alt war. Amy Winehouse war in ihrer Kindheit bereits früh gefördert worden. Mit zwölf Jahren besuchte die "Sylvia Young Theatre School", eine private Schauspielakademie, später ging sie zur von der britischen Plattenindustrie geförderten BRIT School.

Ihr Vater, der auch Jazz-Musiker war, verlieh der Sorge um das Leben seiner Tochter gelegentlich auch öffentlich Ausdruck. Er sprach einmal vom "langsamen Sterben" seines Kindes. Seine oft vergeblichen Versuche, Amy zum Aufsuchen einer Entzugsklinik zu bewegen, verarbeitete die Soul-Künstlerin in ihrem Song "Rehab".

Die Sängerin mit der Vorliebe für Stil und Sound der Sixties hat der Welt nur zwei Alben hinterlassen. Ihr Erstlingswerk "Frank" von 2003 war bereits ein voller Erfolg, der noch wegweisendere Nachfolger "Back to Black" aus dem Jahre 2006 machte sie zur Stilikone und verkaufte sich bislang zehn Millionen Mal.

Nach 2007 bekam die Winehouse ihre Probleme nicht mehr in den Griff. Neben der Abhängigkeit von Marihuana, Crack und Alkohol litt sie auch unter Bulimie und Magersucht. Zahlreiche Entzugsversuchen, Bilder und Videos, die den Drogenkonsum der passionierten Beehive-Trägerin dokumentierten, und eine schnell gescheiterte Ehe mit dem ebenfalls stets absturzgefährdeten Blake Fielder-Civil prägten ihre traurigen letzten Jahre.
[Foto: Trauer um Amy Winehouse | cc-by-sa 2.0 Festival Eurockéennes]

Artikel von agent-media.de

Freitag, 12. November 2010

UK: IT-Ansiedlung und Reform des Urheberrechts

Großbritanniens Premierminister David Cameron hat in einer Rede vom 04. November Pläne für die Ansiedlung von IT-Unternehmen im östlichen London bekanntgegeben. Unter dem Label "East London Tech City"  soll eine Art englisches Silicon Valley entstehen. Das Areal dafür soll sich vom Viertel Shoreditch über die Old Street bis zum Olympia-Park erstrecken.

Cameron bezeichnete die Zustimmung für das Projekts seitens High Tech-Firmen und Beteiligungsgesellschaft als überwältigend. Neben einem Ideen-Pool von Google kündigte der Politiker ein Forschungslabor von Intel und ein Innovations-Center von Cisco an.

Bemerkenswert sind auch beabsichtigte Zugeständnisse des Premiers in Sachen Urheberrecht. Cameron betonte, dass Google bei der aktuellen Urheberrechtslage im Vereinigten Königreich keinen Standort haben möchte. Schon für das Durchsuchen und Abspeichern fremder Inhalte sieht der Internetriese Konfliktpotential im jetzigen UK-Recht.

Der 44-jährige stellte in seiner Rede daher eine Revision der Gesetze zum geistigen Eigentum in Aussicht. Es bleibt abzuwarten, ob Cameron das Minenfeld unterschiedlicher Lobby-Interessen aus IT und Kulturwirtschaft auf dem Weg zum lobenswerten und ambitionierten Projekt "East London Tech City" erfolgreich durschreiten kann. [cc-by-sa 2.0 World Economic Forum]

Donnerstag, 4. November 2010

Danny Boyle plant Olympia und Horrorstreifen

Der Regisseur und Filmemacher Danny Boyle wird die Eröffnung der olympischen Sommerspiele 2012 in London inszenieren. Boyle kündigte dieses Vorhaben gegenüber Filmwoche nach der Premiere seines neuen Werkes "127 Hours" auf dem Filmfestival in der englischen Hauptstadt an.

Der Brite mit der offensichtlichen Vorliebe für Zeiträume in den Titeln seiner Filme (28 Days/Weeks Later) wurde mit Shallow Grave und Trainspotting bekannt und mit der gefühlvollen Aussenseiter-Ballade Slumdog Millionaire 2009  von der Academy zum Oskarpreisträger als bester Regisseur ausgezeichnet.

Der Leinwandkünstler plant auch eine Fortsetzung seiner Zombie-Saga "28 Days Later". Zuvor will er noch eine moderne Frankenstein-Version in Szene setzen. [Foto cc-by-sa 3.0 Romina Espinosa]

Mittwoch, 20. Januar 2010

Benefiz-Konzerte für Haiti

In New York, Los Angeles und London soll mit Benefiz-Musikveranstaltungen am Freitag Geld für die Opfer des Erdbebens in Haiti gesammelt werden. Bei der von Wyclef Jean moderierten Gala in New York werden unter anderem Jennifer Hudson, Sting, Mary J. Blige, Bruce Springsteen und Shakira auftreten. In Los Angeles präsentiert Frauenschwarm George Clooney Künstler wie Dave Matthews, Alicia Keys, Stevie Wonder, Keith Urban, Taylor Swift und Sheryl Crow. Top-Acts in LA sind Christina Aguilera und Justin Timberlake. Auch in London performen Superstars anlässlich des von MTV und weiteren Sendern übertragenen Charity-Events. Rihanna, Jay-Z, Coldplay sowie The Edge und sein stets sozial engagierter U2-Bandkollege Bono treten in der englischen Millionenmetropole auf. Haiti galt bereits vor der Katastrophe als ärmstes Land der westlichen Hemisphere.


Link: Auflistung von Spendenkonten bei sueddeutsche.de

Dienstag, 15. Dezember 2009

Neuer Schlag gegen "CD Mafia"

Nachdem es gerade erst den hiesigen Behörden gelang, in Gelsenkirchen eine CD-Fälscherwerkstatt auszuheben, feiern nun die italienischen Kollegen einen noch größeren Erfolg gegen dortigen Produktpiraten: mehr als 40 Verdächtige wurden bei der konzertierten Aktion verhaftet,  die bereits 2006 ihren Anfang nahm und in deren Verlauf 2,300 CD Brenner sichergestellt, 121 Menschen verhaftet und 173 angeklagt, sowie mehr als 1 Millionen CDs und DVDs und über 3 Millionen Inlaycards mit illegal vervielfältigtem Content beschlagnahmt wurden. Gleichzeitig wurden Gelder in Höhe von 20 Millionen EUR eingefroren. Der Schlag gegen die kriminelle Bande wird gleichzeitig als Erfolg gegen das organisierte Verbrechen selbst gewertet, da die Produktion und Distribution der gefälschten Ware von 2 bekannten Mafiagrößen organisiert worden war. Der Jahresumsatz der Gang wird auf 25 Millionen EUR geschätzt.

Währenddessen verurteilte ein Londoner Gericht einen Angeklagten erstmalig zur Zahlung eines Schadenersatzes an Plattenfirmen, deren Musikinhalte er illegal auf Compilations gebannt und in Englands Clubszene vertrieben hatte. Ins Rollen brachte den Fall die Britische Phonoindustrie (BPI) mit Hilfe von Testkäufen. Dank des verbandseigenen Testlabors konnten die so erworbenen CDs untersucht und der Ursprung der in diesem Fall gepressten Musik-CDs in einem tschechischen Presswerk gefunden werden. Der osteuropäische Hersteller, selbst offenbar in Unkenntnis darüber, dass ihm illegale Aufträge zur Pressung untergeschoben worden waren, kooperierte und ermöglichte so die Enttarnung des Herausgebers der insgesamt 15 CD Serien, gegen den 2008 schließlich Anklage erhoben wurde. Eine weitere Angeklagte in diesem Fall erwartet im kommenden Jahr ihr Urteil. [Foto: Eirik@wikipedia]

Sonntag, 11. Oktober 2009

Robbie Williams-Konzert im Kino

Da Popstar Robbie Williams sich physisch und psychisch derzeit außer Stande sieht, sein neues Album "Reality Killed the Video Star" mit einer Konzert-Tournee zu promoten, wird ein Live-Auftritt in London europaweit in Kinos übertragen. Bei der "BBC Electric Proms" wird Williams bei bekannten Hits und neuen Songs von einem Orchester unterstützt. In Deutschland wird der Gig am 20. Oktober um 21 Uhr in den unten aufgeführten Lichtspielhäusern live gezeigt, Tickets sind im Vorverkauf erhältlich.
  • Astor Film Lounge, Berlin
  • Cineplex, Münster
  • UCI Kinowelt, Düsseldorf
  • Light Cinemas, Halle
  • Filmtheater Schauburg, Karlsruhe
  • Cinemaxx, Mannheim
  • Cinema-Filmtheater, München

Mittwoch, 30. September 2009

Programm erkennt Musik-Klau

Eine neue Software könnte in Zukunft Musik-Plagiate automatisch erkennen. Dr. Daniel Müllensiefen, tätig in der psychologischen Fakultät der Goldsmith Universität in London, hat in Zusammenarbeit mit Marc Pendzich, Experte für Remixe und Coverversionen, Algorithmen in ein handliches Desktop-Programm gepackt, das in der Lage sein soll, die Ähnlichkeit zweier Musikstücken zu berechnen. Die Software fällt ihre Entscheidungen auch mittels Prinzipien, die aus der Musikpsychologie seit langem bekannt sind. Getestet wurde das System auf Basis von 20 Plagiatsfällen, die vor US-Gerichten verhandelt wurden. Innerhalb dieser Stichprobe stimmte die Entscheidung der Software, ob es sich um ein abgekupfertes Musikstück handelt, zu 90% mit den abschließenden Richterurteilen überein. Für weitere Tests soll die Fallbasis erheblich erweitert werden und auch britische sowie deutsche Gerichtsverfahren umschließen.

Link:
Pressemitteilung der Goldsmith University

Donnerstag, 26. März 2009

Illegale Brennstraße für 100.000 DVDs pro Woche gefunden

In London wurden zwei Männer wegen illegaler Reproduktion von DVDs gefasst. Dies berichtet das Fachportal DVD Intelligence. Beamte der Metroplitan Police stellten neben 120 DVD-Brennern auch 20.000 illegal vervielfältigte DVDs mit überwiegend pornographischem Inhalt fest. Mit der unrechtmäßig betriebenen Anlage wäre das Kopieren von 100.000 DVDs pro Woche möglich gewesen, was einem Gegenwert von 300.000 Pfund entspräche. Eine Woche zuvor wurden in zwei weiteren Londoner Wohnungen 30.000 gefälschte DVDs sichergestellt. Die Kopien fanden über ein Netz von Straßenverkäufer den Weg zum Konsumenten. An der Aufklärung des Falls war auch die Foundation Against Copyright Theft (FACT) beteiligt