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Dienstag, 29. November 2011

Google benachteiligt Filehoster

Wie das Blog TorrentFreak berichtet, sperrt Suchmaschinen-Betreiber Google Filesharing-Portale bei manchen Suchbegriffen von der Sofortsuche (Instant Search) aus. Auch in der Auto-Vervollständigung (Autocomplete) unterhalb des Suchfeldes werden Begriffe wie "torrent", "RapidShare" oder "The Pirate Bay" offenbar seit Kurzem ausgespart.

Allerdings sind die entsprechenden Seiten nicht aus dem Google-Index getilgt. Nach Klick auf den Such-Button bzw. Betätigung der Eingabe-Taste erscheinen sie in den Ergebnissen. Lediglich die dynamisch bei Änderung der Sucheingabe angepassten Resultate zeigen die Portale nicht mehr an.

Bereits im Dezember 2010 hatte Google Änderungen am Suchmechanismus angekündigt. Anfragen, die "wahrscheinlich" mit einer Urheberrechtsverletzung verknüpft sind, sollten benachteiligt werden. Im Januar landeten die ersten Webseiten auf einer Sperrliste, die nun offenbar erheblich ausgeweitet wurde.

Die betroffenen Filehoster sind berüchtigte Umschlagplätze für illegale Medien-Kopien. Problematisch ist der Kniefall des IT-Konzerns vor den Rechteinhabern und Copyright-Schützern dennoch, da die von den genannten Suchfeatures ausgeschlossenen Firmen zum Teil ein legales Geschäftsmodell vorweisen können. Das OLG Düsseldorf sah beispielsweise in einer Entscheidung im Mai 2010 bei RapidShare keine Verantwortung für dort getätigte Up- und Downloads. Die Unternehmen werden von den ausbleibenden Suchanfragen wirtschaftlich schwer getroffen.
[Foto: Keine Sofort-Resultate für Pirate Bay & Co. | (Screenshot)]

Artikel von agent-media.de

Montag, 11. Oktober 2010

Studie: E-Book-Piraterie auf dem Vormarsch

Der E-Book-Markt wird immer stärker von Filesharern und Kopierern bedroht. Das ist das Resultat einer Studie des US-amerikanischen Unternehmens Attributor. Demnach sind die illegalen Kopien wesentlich mit am ohnehin schon schlechten Umsatz der Branche verantwortlich.

Attributor, das sich nach eigenen Angaben dem Kampf gegen Internet-Piraterie widmet, fand in seiner Studie heraus, dass die Anzahl der illegalen E-Books im Vergleich zum Vorjahr um 54% gestiegen ist. Der Suchmaschinenbetreiber Google verzeichne täglich zwischen 1,5 und drei Millionen Suchanfragen nach den illegalen Kopien. Damit nähere sich diese Sparte an andere von der Piraterie betroffene Bereiche, wie Musik und Filme, immer weiter an. Am stärksten sei die Anfrage in den USA, Mexiko und Indien gestiegen. Am begehrtesten bei den Online-Piraten war die englische Ausgabe von "Bis(s) zum Ende der Nacht" ("Breaking Dawn") der Schriftstellerin Stephenie Meyer.

Grund für diesen rasanten Anstieg dürfte zu einem wesentlichen Teil die steigende Verfügbarkeit von Titeln sein. Immer mehr Bücher sind auch als E-Book erhältlich und steigern so die Attraktivität für Filesharer. Aber auch Apples iPad trägt einen nicht unerheblichen Teil zur Beliebtheit der illegalen E-Books bei. Es eignet sich bestens als E-Book-Reader. Seit seiner Einführung stieg die Anfrage nach den elektronischen Büchern signifikant an.

Für den stärksten Absatz der illegalen Kopien sind nach wie vor die großen Filehoster wie Rapidshare verantwortlich. Attributor zeigte jedoch auf, dass sich dies immer weiter auch auf kleinere Download-Portale verlagere. Die Studie berücksichtigte jedoch nur die über Google getätigten Anfragen. Torrent-Seiten hat Attributor nicht mit aufgenommen. Damit dürften die ohnehin schon hohen Zahlen noch höher liegen. [Foto: idpf.org / Ralph Burkhardt]

Mittwoch, 1. Juli 2009

Pirate Bay wird verkauft

Überraschende Wende bei ThePirateBay.org: Das Torrent-Portal wird an das Unternehmen Global Gaming Factory X (GGF) verkauft. GGF bezifferte den Übergabebetrag in einer offiziellen Pressemitteilung auf 60 Millionen schwedischen Kronen (ca. 5,5 Mio. Euro). Die Angaben von Käufer und Verkäufer über die Zukunft von ThePirateBay sind etwas widersprüchlich. Die bisherigen Betreiber halten zwar Änderungen für nötig, vom Prinzip des "freien Austauschs" soll nach ihrem Dafürhalten jedoch nicht abgewichen werden. Die GGF hingegen betont in ihrer Pressemitteilung, Urheber und ihre Vermarkter in eine Neuaufstellung des Portals einbinden zu wollen. Nebenbei hat die Firma, die bisher vor allem Internet-Cafés betrieb, mit dem Unternehmen Peerialism noch einen Peer 2 Peer-Spezialisten aufgekauft. Die bisherige Piraten-Crew möchte sich laut eigenem Blog-Eintrag vor allem weiter ihrem politischen Engagement widmen. Das Geld dürfte den Betreibern für die Kosten aus Rechtsstreitigkeiten sehr entgegenkommen. Im April waren die vier Köpfe, die hinter "TPB" stecken, zu Schadensersatz in Höhe von ca. 2,7 Mio. Euro und einem Jahr Haftstrafe verurteilt worden. [Foto: ThePirateBay.org]

Mittwoch, 22. April 2009

Unbeugsame schwedische Piraten verurteilt

Vor dem Amtsgericht in Stockholm sind die vier Betreiber der Torrent-Suchmaschine Pirate Bay zu Schadensersatzzahlungen von 3,5 Mio. US-Dollar verurteilt worden. Damit bestätigte die Rechtssprechung die Auffassung, dass Pirate Bay Beihilfe zu Urheberrechtsverletzungen leistet. Der Pirate-Bay-Server fungiert als Torrent-Tracker. Er regelt also die Verteilung von Dateien innerhalb des Filesharing-Netzes, ohne dass diese dauerhaft auf dem Rechner gespeichert werden. Die Höhe der verhängten Geldstrafe rechtfertigt das Gericht mit dem gewerblichen Betrieb von Pirate Bay. Das Portal soll laut Staatsanwaltschaft rund 1,2 Mio Euro im Jahr eingebracht haben. Die Betreiber leugnen indes, mit ihrem Dienst einen Gewinn erzielt zu haben. Zusätzlich zu dem enormen Betrag hat das Gericht auch für alle Betreiber eine einjährige Haftstrafe verhängt. Die "Piraten" geben sich indes unbeugsam und haben gegen das Urteil Berufung eingelegt. Laut eigenem Blogeintrag möchten sie keine Spenden, sondern fordern zur Wahl von Piratenparteien bei der Europawahl im Juni auf. Die schwedische "Piratenpartiet" war die erste ihrer Art. Mittlerweile gibt es auch in Deutschland eine registrierte Politorganisation, die sich den "freien Austausch" immaterieller Güter auf die Totenkopf-Fahne geschrieben hat. [Bild: Logo Piratenpartiet]