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Montag, 21. Juni 2010

Musikkassette vor dem Comeback?

Wohl eher nicht. Auch wenn das von Studenten gegründete Musiklabel "Brave or Invincible Records" derzeit mit der Veröffentlichung eines Mixtapes einige mediale Aufmerksamkeit auf sich zieht, ist das Ganze wohl eher ein Werbegag denn Ausdruck eines Trends.

Auf der Musikkassette finden sich Songs verschiedener Künstler, die das junge Unternehmen einer breiteren Öffentlichkeit bekannt machen möchte. Außerdem wird die MC mit Downloadcodes ausgeliefert, so dass sich auch Retromuffel ohne Kassettendeck an der Musik erfreuen können.

Auch wenn die Musikkassette ungeachtet dieses originellen Projekts wohl keine Zukunft haben wird, so drückt sich darin doch die zunehmende Wichtigkeit einer einfallsreichen Verpackung beim Verkauf physischer Datenträger aus. Oder mit den Worten von Callum Joynes, einer der Initiatoren des Tape-Projektes: "We wanted to release a mixtape on cassette because we believe there is still value in a physical product, it just has to be a desirable package, with some level of uniqueness. Also, in terms of cultural significance, we thought that there was no better way to release a ‘mixtape’, than on an actual tape."

Freitag, 5. März 2010

Renner für Kulturflatrate

Tim Renner, ehedem Chef von Universal Deutschland, aktuell mit dem Musiklabel Motor im Independent Bereich aktiv und vor allem berüchtigt als notorischer Querdenker, spricht sich im Vorfeld des ECHOS für die Einführung einer Kulturflatrate aus. Demnach soll der Bundesverband Musikindustrie eine eigene Kulturflatrate einführen, die es potenziellen Musikkäufern im Internet für 12,90 Euro pro Monat ermöglichen könnte, unbeschränkten Zugriff auf das Repertoire der Plattenfirmen zu erlangen. Die allgemeine Kulturflatrate, die wie anderen Zwangsabgaben vom Schlage der Leermedienabgabe bei allen Internetnutzern obligatorisch eingesammelt werden und im Gegenzug Filesharing etc. legalisieren würde, lehnt Renner hingegen ab und fordert die Industrie auf, aktiv ein eigenes Modell aufzubauen anstatt nur konkurrierende Gegenentwürfe zu kritisieren. [Foto: Tim Renner; cc-by RudolfSimon]

Link: Tim Renners Motorblog
Link: Stellungnahme des BVMI zur Kulturflatrate

Dienstag, 9. Februar 2010

EMI Group finanziell am Abgrund

Einem Krisenbericht der Financial Times Deutschland zufolge steckt Plattenmajor EMI knietief in Schulden. Der Verlust betrug im März 2009 1,56 Mrd. Pfund. Im kommenden März werden zudem bestehende Kreditverträge von 2,6 Mrd. Pfund geprüft. EMI warnte seine Gläubiger daher vor einer zu erwartenden "Deckungslücke". Die Misere wird in den Medien vielfach der Investmentgesellschaft Terra Firma zugeschrieben, die EMI Ende 2007 übernommen hatte. Seitdem mussten 2.000 von 7.500 Mitarbeitern das Label verlassen. Bedeutende Musikgruppen wie die Rolling Stones und Radiohead verabschiedeten sich aus Unzufriedenheit mit dem neuen Management von EMI. Terra Firma belastete den englische Musikriesen, der immer noch Konzert-Zugpferde wie Depeche Mode und Robbie Williams unter Vertrag hat, mit immensen Schulden, die nun von der Citigroup (in Deutschland mit der Marke Citibank aktiv) getragen werden. Experten schließen mittelfristig eine Übernahme der EMI Group durch den Konkurrenten Warner Music Group (WMG) nicht aus. [Foto: EMI Group]